In
einem Raum mit dichtem Rauch ist es oft schwer vermisste Personen zu finden.
Man nimmt kurzerhand seine Wärmebildkamera (oder fordert die des zuständigen
Stützpunktes auf) zur Hand und schon hat man ein relativ klares Bild
vor sich.
Wie arbeitet also eine Wärmebildkamera?
Sie arbeitet mit Infrarotstrahlung, die für das menschliche Auge unsichtbar
ist und wandelt diese in ein helles Bild um. Jedes Objekt strahlt langwellige
Infrarotstrahlung ab, unabhängig seiner Temperatur im Verhältnis
zur Raumtemperatur.
Langwellige Infrarotstrahlung durchdringt problemlos den dichtesten Rauch,
dies übrigens auch bei absoluter Dunkelheit. Die Kamera benötigt
nämlich kein sichtbares Licht.
Eine Wärmebildkamera ist also das Sichtgerät für alle Fälle?
Nicht ganz, bei so vielen Vorteilen gibt es auch Sachen, die diese Kamera nicht sehen kann. Wärmebildkameras keine Materialien durchdringen, die die langwellige Strahlung absorbieren, solche wie z.B. Glas oder Wasser. Wenn also ein Feuer hinter einer Wärmebildkamera einer Glasscheibe ist, wie dies manchmal bei einem Kamin im Wohnzimmer der Fall ist, zeigt die Kamera keine Wärme an. Das gleiche Phänomen tritt übrigens auch in Gewächshäusern auf: die kurzwelligen Sonnenstrahlen dringen durch das Glas. Die langwellige Strahlung die von den Objekten im Innern abgegeben werden, kann wiederum nicht nach aussen, weil sie vom Glas absorbiert werden. Dies erwärmt das Gewächshaus zusätzlich, auch ohne Sonnenschein.

Eine Kamera kann also nicht durch Glas sehen, wie funktioniert dann die Linse?
Eine Kamera besteht aus vier Hauptbestandteilen, sowie einem Schutzgehäuse, dass die Kamera vor Wasser und Rauch schützt.
Die Linse: Sie funktioniert auf die gleiche Art wie bei einer normalen Fotokamera. Eine Fotokamera projiziert das Bild auf einen Film, während es die Wärmebildkamera auf einen Detektor bringt. Da die Wärmebildkamera nicht durch Glas sehen kam, ist die Linse aus einem anderen Material hergestellt. Dies ist in der Regel das Metall Germanium.
Der Detektor: Hier werden die langwelligen Infrarotstrahlen in elektrische Signale umgewandelt.
Die Elektronik: Die Signale vom Detektor werden von der Elektronik in ein für den Menschen sichtbares Bild umgewandelt. Die Elektronik überprüft ebenso die Batteriestärke, das Wärmeverfahren sowie die Grafik der Linse.
Der Bildschirm: Er ist gewöhnlich so ausgerichtet, dass heisse Objekte weiss und kältere Objekte schwarz dargestellt werden. Das Bild sieht wie einem Fernsehbild aus. Es ist meist schwarzweiss dargestellt, kann aber je nach Kameratyp anders sein. Manche Kameras verfügen ebenfalls über einen Videomodus, wobei sich ein noch schärferes Bild darstellen lässt.
Ein Beispiel
Hier zum Vergleich ein Foto mit und ohne Wärmebildkamera. Die Hitze lässt sich selbst Stunden nach dem Brand noch sehr gut erkennen.
