Betriebsfeuerwehr SR Technics

Was ist Heuwehr

Die Heuwehr ist eine spezielle Abteilung der Feuerwehr. Sie kommt zum Einsatz, wenn ein Heustock zu Überhitzen beginnt. Die Überhitzung könnte bis zu einem Brand führen.

Die Landwirte müssen nach Einbringen des Futters die Temperatur des Heustockes messen. Dies erfolgt mittels Mess-Sonden. Diese zeigen dem Landwirt die Temperatur im Innern des Heustockes an.

Bei Temperaturen ab 50° muss die Feuerwehr informiert werden. Es besteht eine Gefahr der Überhitzung und es sind deshalb geeignete Massnahmen zu treffen.

Die Feuerwehr-Spezialtruppe Heuwehr setzt ein Gerät zur Entlüftung des überhitzten Futterstockes ein. Sonden (pro Gerät bis sechs Sonden) werden an den wärmsten Stellen des Stockes eingesteckt und durch diese die heissen Gärgase - mittels eines Ventilators - abgesaugt. Über einem grossen Schlauch werden diese Gase ins Freie geführt. Wenn die Temperatur auf 40 bis 50° C gesunken ist, kann mit der gleichen Einrichtung die Belüftung vorgenommen werden. Und zwar solange, bis kein Temperaturanstieg über 50 °C mehr auftritt. Für den Heuwehr-Geräteeinsatz benötigt man mindestens fünf Personen. Bei Temperaturen ab circa 70°C muss der Brandschutz vor Beginn der Entlüftung sichergestellt sein.


Elektrogruppenfahrzeug mit dem Heuwehranhänger auf dem Hof.

Auf dem Futterstock: Die Einzelteile des Entlüftungsgerätes.

Der Futterstock wird mit dem Gerät entlüftet. Im Hintergrund der Mann mit dem Brandschutz.

Mit den Rohrsonden werden die Gase aus dem Stock gesaugt.

Vom Ventilator (vorne, rot) führt der graue Schlauch die Gase ins Freie.

Das Vorgehen bei einer Heustock-Überhitzung

Ab 50°C muss der Heustock halbtäglich gemessen werden. Die Feuerwehr muss informiert werden. Sie beginnt, einen Heuwehreinsatz vorzubereiten. Sie erstellen zwei Kühlleitungen, eine auf dem Heustock und eine vor die Scheune.

Ab 70°C erscheint die Spezialgruppe Heuwehr der Feuerwehr mit ihrem Material. Zuerst werden die Feuerwehrleute auf dem Heustock mit Seilen gesichert. Danach legen sie Bretter auf den Stock, um ein Einsinken und Verdichten des Stockes zu verhindern. Jetzt werden die 6 Rohrsonden (Entlüftungsrohre) eingesteckt. Diese werden mit dem Ventilator mittels Schläuche verbunden. Vom Ventilator aus werden die heissen Gase mittels einem dicken Schlauch aus der Scheune ins Freie geblasen. Wichtig ist dabei, dass bis zum Starten des Ventilators kein Sauerstoff nachziehen kann. Dies wird mittels Schieber an den Sonden verhindert. Diese Schieber dürfen erst bei laufendem Ventilators geöffnet werden. Es wird so lange abgesogen, bis die Stocktemperatur auf unter 50°C gesunken ist. Es können auch mehrere Geräte eingesetzt werden.

Der Einsatz kann sich über mehrere Stunden, ja sogar mehrere Tage hinweg ziehen.

Wird ein Temperaturabsinken nicht erreicht, muss der Futterstock zerlegt, und ins Freie geführt werden. Auf dem freien Feld wird das Futter mit Wasser gekühlt und somit ein Brand verhindert. Bei dieser Variante ist das Futter allerdings verloren. Deshalb lohnt es sich, frühzeitig mit der Absaugaktion zu beginnen.

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